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Neujahrsansprache


1. Januar 2002


Liebe Mitprofessionalinnen und Mitprofessionals,

wir alle dürfen heute dabei sein, wenn Geschichte geschrieben wird. Wir erleben dann den Anbruch einer Zeit, von der Menschen in Europa Jahrhunderte lang geträumt haben:
eine Golfstunde kann von allen in einer gemeinsamen Währung bezahlt werden – in Euro und Cent.
Viele von uns haben sich – wie ich auch – die so genannten Starter-Kits besorgt, mit Freundinnen und Freunden das neue Geld befühlt. Und wir haben es dann zu den Wertsachen gelegt mit dem Gedanken, dass diese ersten neuen Münzen mehr wert sind als die bezahlten zwanzig Mark.
Viele wurden dabei auch ein wenig Wehmütig. Uns hat die DM viel bedeutet. Wir verbinden mit der Mark die Erinnerung an gefixte Slices und Sockets. Aber wir können uns sicher sein: noch bessere Zeiten stehen bevor.

Was wir alle mit dem neuen Teaching Manual geschaffen haben, kann Modell für andere Regionen in der Welt sein. Im Ausland wird zwar immer noch getoppt und gehackt, aber wir haben schon Hilfe angeboten, unseren Nachbarn die Hände zur Unterstützung gereicht und ein Miteinander zugelassen, aus dem Freundschaft erwuchs. Die Dankbarkeit für diese Entwicklung ist ein Grund, weshalb wir mithelfen, gerade Schläge und Draws auch in anderen Regionen zu ermöglichen. Wir leben in einer Welt und helfen mit dem Besten, was wir haben: mit unseren Golf-Experten. Mit Didaktikern, Physiotherapeuten, Schläger-Fittern und Psychologen. Mit vielen anderen zivilen Helfern und Freiwilligen. Ich bin allen, die diese Aufbauarbeit leisten, sehr dankbar. Danken möchte ich aber auch all denen, die ihr Mitgefühl durch Ball- und Teespenden zum Ausdruck gebracht haben. Und ich hoffe, dass Sie den Aufbau in den nächsten Monaten und Jahren ebenso großherzig unterstützen.

Wir haben in den vergangenen Jahren lernen müssen, dass die Weltgemeinschaft von Deutschland mehr erwartet als bisher: dass es sein Gewicht einsetzt bei der Lösung von Fehlschlägen jenseits der eigenen Grenzen. Es ist uns nicht mehr gestattet, abseits zu stehen. Auch dann nicht, wenn banale Tipps zur Lösung eines Problems nicht mehr ausreichen und andere Mittel eingesetzt werden müssen, um die Hackerei zu beenden und gutes Golf zu ermöglichen.
Wer Solidarität erfahren hat – und das haben wir Deutsche – muss Solidarität zurückgeben, wenn sie eingefordert wird. Das gebietet der Anstand. Das gilt auch im internationalen Golf.

Liebe Mitprofessionalinnen und Mitprofessionals,

ich habe vor den Trümmern vieler Golferkarrieren gestanden. Ich habe wie Sie alle, das Triumphieren des Slices im Fernsehen gesehen. Und ich sage Ihnen: Wir werden diesen Slice bekämpfen mit aller Kraft und mit dem angemessenen Mittel an jedem Ort. Die Solidargemeinschaft der Professionals wider den Fehlschlag e.V. hat umfassend auf die neue Herausforderung reagiert: mit Solidarität zu anderen Professionals und verstärkten Forschungsbemühungen auf der eigenen Range. Sie können sich darauf verlassen: die Bekämpfung von Gurken- und Bananenschlägen gehört für die Solidargemeinschaft zu den vornehmsten Aufgaben.

Liebe Mitprofessionalinnen und Mitprofessionals,

ein Socket kann mehr erschüttern als unser Vertrauen in gefahrloses Golfen. Er hat selbst robuste Persönlichkeiten erschüttert, aber wir können dennoch hoffnungsvoll ins neue Jahr gehen: Wir werden den neuen Aufschwung 2002 schaffen (inzwischen heißt es ja eigentlich nicht mehr Aufschwung, sondern Ausholbewegung). Nach der Eintrübung in diesem Jahr können wir dann mit unserer Zukunftspolitik weitermachen, die vor einigen Jahren begonnen hat: Trotz aller internationaler Widrigkeiten sind seitdem 200 neue Stellen für Golflehrer entstanden, mehr als Deutschland in den trüben 70er Jahren geschaffen hatte. Wir sind auf einem guten Weg, wir werden ihn entschlossen weitergehen. Golflehrerstellen zu erhalten und neue zu ermöglichen, ist uns die vordringlichste Aufgabe. Auch und gerade in den neuen Bundesländern, wo junge Menschen Zukunftschancen in ihrer engeren Heimat finden wollen.

Wir brauchen wetterfeste Golfclubs, die nicht auf jede Turbulenz mit Entlassungen reagieren. Und wir brauchen vernünftige Vorstände, die bei unseren Tarifverhandlungen das Wohl und Wachstum aller Professionals im Auge haben.

Liebe Mitprofessionalinnen und Mitprofessionals,

lassen Sie uns mit dem Glauben an unsere Kraft und unsere Fähigkeiten ins neue Jahr gehen. Ich wünsche Ihnen und Ihren Schülern ein glückliches und gesundes Jahr 2002.

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