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Das Drama-Dreieck bietet drei Positionen. Wenn Sie eine dieser Rollen übernehmen, dann beginnt das Drama-Dreieck zu wirken. Meistens geschieht das unbewusst.

Ein Beispiel: Als Golfer-Ehemann möchten Sie, dass Ihre Frau besser Golf spielt (oder umgekehrt als Golfer-Ehefrau, oder Golfer-Mutter oder -Vater für Ihr Golf-Kind).
Damit machen Sie sich zum Retter. Nun bearbeiten Sie das jeweilige »Opfer« Ihres Wunsches. Sie schicken das Opfer zum Golfunterricht, oder noch schlimmer, Sie betätigen sich selbst als »Lehrer oder Besserwisser« auf der Runde: »mach es so, oder anders, halte den Kopf unten«, usw. Vom Retter werden Sie ganz schnell zum Täter, denn Ihr Opfer (Partner oder Kind) trifft keinen Ball mehr. Das Drama nimmt seinen Lauf. Schlechte Stimmung und Vorwürfe könnten das Resultat Ihrer gut gemeinten Aktivitäten sein. Damit werden Sie dann selbst zum Opfer. Ihr Partner oder Kind entwickelt großen Ärger und macht Sie verantwortlich dafür, dass nichts mehr funktioniert. Sie haben es gut gemeint und wundern sich, wie ungerecht Sie jetzt dastehen oder behandelt werden. Doch der Grund und die Ursache sind Sie ganz alleine.
All dieses passiert aufgrund der Mechanismen des Drama-Dreiecks.
Das Problem haben auch die Golflehrer, wenn sie Verantwortung für Ihre Schüler übernehmen. Wenn sich ein Lehrer als Retter betätigt (Lehrer bitte rette mich, meinen Schwung, mein Golf), dann wird er meistens zum Täter (Lehrer, seitdem Du meinen Schwung repariert hast, treffe ich keinen Ball mehr, habe im Turnier versagt usw.). Vom Täter wird er zum Opfer (Lehrer, Du bist schuld, dass ich so schlecht Golf spiele, Du bist ein schlechter Lehrer). Wehe, wenn der Schüler »Rache-Gelüste« entwickelt und im Club herumerzählt, dass der Golflehrer unfähig sei ...
Der Ausgangspunkt des Drama-Dreiecks ist man immer selbst. Sobald man einsteigt und eine Position übernimmt, dann trägt man auch die Verantwortung, was im Folgenden passiert.
Ich erweitere das Beispiel von oben: Theoretisch könnten jetzt schon drei Drama-Dreieck-Mechanismen laufen:
1. Die Golfer-Ehefrau hat Ihre Eigenverantwortung abgegeben, und ist dem Wunsch des Ehemanns entsprechend zum Golflehrer gegangen. Sie hat sich zum Opfer gemacht.
2. Der Golfer-Ehemann steckt mitten drin, da er seine Frau zum Golflehrer geschickt hat. Er hat sich zum Retter gemacht.
3. Der Golflehrer steckt auch mitten drin, da er sich die Verantwortung aufgehalst hat, dem Wunsch des Ehemanns gerecht zu werden. Er ist zum Täter geworden.
Das Drama-Dreieck wirkt also für einen selbst, man durchläuft alle Positionen. Es wirkt auch zwischen den Menschen (s.o.) und alle Beteiligten durchleben dann die jeweiligen Rollen.
Auch wenn diese Beispiele etwas übertrieben wirken, ich möchte das Erkennen der Drama-Dreieck-Mechanismen bei Ihnen provozieren. Wenn Sie sich des Drama-Dreiecks bewusst werden, dann halten Sie einen wichtigen Schlüssel in der Hand für besseres Golf und auch für Ihre Beziehungen.
Der Ausweg aus dem Drama? Hier gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Sie werden sich bewusst, dass es das Drama-Dreieck gibt und erkennen, wann Sie Gefahr laufen eine Position zu übernehmen. Die Folgen sollten Sie vorher abschätzen.
2. Stellen Sie generell erst einmal eine Frage. Sie fragen sich selbst, oder den anderen.
Die Dimension der Fragen erkläre ich Ihnen auch noch:
Im Falle des Golfer-Ehemanns hätte er sich selbst fragen müssen: Habe ich das Recht, meiner Frau meinen Wunsch zu oktroyieren? Seine Frau hätte er fragen können: Liebling, ich sehe, dass Du momentan mit Deinem Golfspiel nicht so glücklich bist. Möchtest Du daran etwas ändern, oder kann ich etwas für Dich tun?
Damit lässt der Golfer-Ehemann die Verantwortung bei seiner Frau. Seine Frau könnte nun antworten: Ja, ich komme mit meinem Schwung nicht zurecht, ich denke, ich sollte wieder einmal zum Golflehrer gehen. Wenn der Golfer-Ehemann nun seiner Frau einige Golfstunden schenkt, dann wird sie ihn anlächeln und als Ihren Gentleman noch mehr lieben.
Hätte der Ehemann an seiner Frau (und ihrem Schwung) herumgedoktert, dann hätten die Beiden wahrscheinlich schon einige Ehestreits und Missverständnisse zu verarbeiten.
Mein Tipp für Golflehrer: Fragen Sie mehr, anstatt die Verantwortung zu übernehmen. Bringen Sie Ihre Schüler zur Selbsterkenntnis. Im Falle des Golferehepaars könnte die Frage an die Ehefrau lauten, die mit traurigen Augen zur Golfstunde erschienen ist, weil ihr Mann sie dort hingeschickt hat: »Frau X, was möchten Sie denn wirklich tun?« Wenn die Antwort lautet: »Mein Mann hat gemeint, dass ich eine Golfstunde nehmen soll ...«, dann ist Warnstufe rot eingetreten. Sie könnten Ihr anbieten einen Kaffe trinken zu gehen und über das Leben (Thema: Eigenverantwortung) zu sprechen. Dann lernt die Ehefrau etwas über mentale Stärke, die sich natürlich auch auf das Golfspiel auswirkt.
Warum soll denn eine Golfstunde immer mit Technik und der Driving-Range zu tun haben? Das nur am Rande, liebe GolflehrerInnen ...
Die Erfahrung zeigt:
Im Golf übernehmen die meisten Spieler die Opfer-Rolle. Ganz absurd ist es, wenn man sich zum Opfer der Umstände macht. Sie stehen am Ball und möchten den Schlag ausführen. Sie haben Angst, dass...
Das ist doch ein Witz. Sie dominieren die Umstände, sie selbst haben die Kontrolle. Üben Sie Selbstbewusstsein. Golf ist lächerlich einfach. Es geht nur darum, den Ball mit dem Schläger zu treffen, mehr ist es nicht, es ist ein Spiel!
Im Leben übernehmen die Meisten von uns sehr oft die Retter-Rolle. Warum es so viel Beziehungsstress gibt lässt sich leicht mit dem Drama-Dreieck analysieren.
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Ein Audio-Tape von Dr. Steve Karpman, dem Erfinder der Drama-Dreiecks, können Sie hier bestellen.
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